Evangelische Kirchenmusik in Württemberg

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Saint-Saëns: Messe op. 4 - Werkeinführungen, Lexikon, Glossar, Erklärungen, Erläuterungen von Begriffen

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Wer sich mit eigenen Beiträgen beteiligen möchte ist gebeten, diese per Mail an den Verband zu schicken.
 
 
Kirchenmusik
 
Camille Saint-Saëns: Messe op. 4
Camille Saint-Saëns gehört zu jenen französischen Komponisten des späteren 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, denen man in Deutschland bis heute mit gewissen Vorurteilen begegnet. Dass die Werke des 1835 geborenen Parisers, unter denen die Oper Samson et Dalila und die monumentale Symphonie für Orgel und Orchester noch die bekanntesten sind, nur selten aufgeführt werden, deutet auf die seltsame Undurchlässigkeit der französisch-deutschen Grenze gerade im Bereich der Ernsten Musik hin. Zusammenfassen könnte man die hierzulande gegenüber Saint-Saëns und manchen seiner Landsleute wie Gounod und Massenet herrschende Befangenheit in der Aussage, dass die oberflächliche Klangschönheit den Inhalt dominiere, ihn gar "übertünche", was gerade die sakralen Werke für manchen Hörer und Kritiker anfechtbar macht.
Saint-Saëns’ erstes Sakralwerk, die 1856 entstandene und im Folgejahr in Paris erstmals aufgeführte Messe op. 4, zeigt zwar die erstaunliche Reife des erst 21jährigen Komponisten, ist jedoch stärker der Tradition verhaftet als spätere Werke. Erkennbar sind gregorianische Elemente, die Polyphonie Palestrinas, der Kontrapunkt Bachs. In den liturgischen Messetext hat Saint-Saëns den Satz "O Salutaris" aus der Fronleichnams-Liturgie eingefügt. Die Messe wurde am 21. März 1857 in der Pariser Kirche Saint Merry erstmals aufgeführt, wo Saint-Saëns als Organist angestellt war. Franz Liszt hielt große Stücke auf das Werk und verglich es mit "einer wunderbaren gotischen Kathedrale, in der Bach seine Kapelle haben könnte".
Jürgen Hartmann
 
 

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