Evangelische Kirchenmusik in Württemberg

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Kirchenmusiktagung Urach 2010 - Evangelische Kirchenmusik in Württemberg, Aktuelles

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"Gehen wir mit der Zeit? - Kirchenmusik neu denken"
Kirchenmusiktagung Urach 2010
Vom 17. – 20. Februar 2010 fand im Evang. Stift in Bad Urach die alle zwei Jahre stattfindende Kirchenmusiktagung statt zu der sich ca 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet hatten. Unter oben genanntem Thema stand das Berufsbild Kirchenmusik zur Diskussion.
Professor Dr. Wolfgang Herbst (ehemals Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg) machte Mut, sich in der kirchenmusikalischen Arbeit für die Vorlieben anders Denkender, anders Lebender und anders Feiernder zu öffnen und dies nicht mit Worten wie „Kitsch“ zu denunzieren.
„Wer Menschen unterschiedlicher Milieus ansprechen will, muss verschiedene Milieusprachen wenn
nicht selbst sprechen, so doch mindestens verstehen können.“ Hierfür müssen in der Ausbildung Räume geöffnet werden. Prof. Herbst setzte sich eindeutig für eine integrative Ausbildung der Popularmusik im Kirchenmusikstudium ein.
Im Rückblick auf die vergangenen vierzig Jahre berichteten Kolleginnen und Kollegen von ihren jeweiligen Berufsanfängen in unterschiedlicher Zeit; Fazit hieraus: Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen und das Singen in allen erdenklichen Formen haben an Bedeutung stark gewonnen.
In einer intensiven und auch kontroversen Diskussionsrunde mit Landessynodalen, dem LKMD, dem Prorektor der Hochschule in Tübingen, dem Landeskantor Südbaden und einer nebenberuflichen Kirchenmusikerin wurde über die Bedeutung der Popularmusik für die Zukunft der Kirchenmusik heftig diskutiert und auch ganz unterschiedliche Meinungen artikuliert. Es wurde deutlich, dass hier Dinge ganz unterschiedlich wahrgenommen werden und der Weg zu einer Verbesserung der Qualität im Bereich der Popularmusik unterschiedlich gesehen wird.
Positiv bleibt festzuhalten: Die Diskussion Popularmusik in der Kirche ja oder nein ist schon lange nicht mehr auf der Tagesordnung; die Frage ist, wie kann und muss die Popularmusik sowohl in der konkreten kirchenmusikalischen Gemeindearbeit wie auch im Studiengang Kirchenmusik weiter gestärkt werden.
Zum Tagungsbeginn führte Dr. Martin Meyer (Zürich) in einem hochinteressanten Vortrag in die aktuelle Hirnforschung ein: Musik und Sprache, Musik und Emotion, Musik und ihre Wirkung bei Hirnschädigungen waren nur einige Themen, die der Referent für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sicht der Hirnforschung erläuterte.
Im Rahmen des traditionellen Verbandsfests am Freitagabend wurde der langjährige Verbandsvorsitzende KMD Bernhard Reich mit einem bunten Programm verabschiedet und ihm für sein außerordentliches Engagement gedankt. Am Samstag fand nach der Bereichsversammlung der Einführungsgottesdienst des neuen LKMD B. Reich in der Amanduskirche statt, den der Tagungschor unter der guten Leitung von KMD Jürgen Budday mitgestaltete.
geschrieben am 12.03.2010 um 09:03 Uhr.
 
 
 
 

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